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  • Fremde Nachbarn, Vietnamesische Frauen in Berlin,

    Ein Film von Henrike Kochta

  • Als Vertragsarbeiterinnen sind sie in den 80er Jahren in die ehemalige DDR gekommen. Viele haben als ungelernte Arbeiter am Fließband genäht. Ihre tatsächlichen Berufe spielten hier keine Rolle. Laut Vertrag durften sie keine Kinder bekommen und sollten nach fünf Jahren wieder nach Vietnam zurückkehren. So war der Plan. Doch dann kam die Wiedervereinigung, und aus den unterschiedlichsten Gründen beschlossen einige der vietnamesischen Vertragsarbeiterinnen zu bleiben und sich hier ein Leben aufzubauen.

    Der Film zeichnet ein Porträt von drei vietnamesischen Frauen, die hier in Deutschland längst eine zweite Heimat gefunden haben. Er schaut in ihren Alltag, in ihre verschiedenen Biographien und Lebenswege hinein und bemüht sich um eine generelle Annäherung an die Vietnamesinnen in Berlin. Es ist ein Film von deutschen Filmemacherinnen, der mit einem neugierigen Blick von außen auf Nachbarn schaut, mit denen man zusammenlebt, die man jedoch nicht näher kennt. Was fragt man in einer ersten Begegnung? Wie lernt man jemanden kennen, wenn ein halbes Leben unausgesprochen dazwischen liegt? Die erste Begegnung hat immer Grenzen und vieles schweigt dahinter. Aber die erste Begegnung ist auch ein Anfang. Wir, ebenfalls die fremden Nachbarn, werden trotz Kameras und Mikrophonen zu Nachbarn von nebenan, und die drei Frauen machen uns einen Film zum Geschenk.

    Mittlerweile haben sie Kinder, für die Deutschland immer und selbstverständlich die erste Heimat sein wird. Diese Kinder suchen selbstbewusst nach ihrem eigenen persönlichen Weg. Doch die alltäglichen Geschichten, die Träume und Wünsche, die Schwierigkeiten und Ängste ihrer Mütter klingen leiser.

    Der Film versucht, auch die Töne zwischen den Zeilen und auf das kurze Schweigen zwischen dem Ankommen und Bleiben zu hören.

    Mit:
    Thi Minh Tam Do
    Thi Yen Duong
    Thu Ha Wiesner

    Idee/Konzept: Henrike Kochta
    Dramaturgie: Peggy Mädler
    Kamera: Thurit Kremer, Bianca Schemel
    Musik: Markus Götze, Joao Orecchia
    Produktionsleitung: Till Bardoux
    Übersetzung: Thi Hoang Lan Do, Lan Chi Do